Gratis

Trudy gibt auf Instagram einen kleinen Khoekhoegowab-Basiskurs — kostenlos, für alle, die die Sprache hinter Khoen Ti Khoen einmal hören wollen. (Weiter unten ⬇️ )

Die Menschen dahinter

Tipp auf ein Bild — dann erzählen wir kurz, wer wir sind und woran wir gerade arbeiten.

28 Kinder, 6 Erwachsene, 1 Haus in Windhoek

Die Gegend ist laut, eng und nicht sicher. Durch den Zaun wird regelmäßig eingebrochen, die Kinder können nicht allein zur Schule gehen — jeden Morgen muss jemand mit.

Mitten darin steht ein Haus, in dem 28 Kinder und sechs Erwachsene zusammenleben. Zusammengehalten wird es von Mama Alida, die dort seit dreißig Jahren eine Vorschule für die Nachbarschaft betreibt — oft fast kostenlos. Über sie finanziert sich die Einrichtung.

Kurz nach einer Gemüselieferung

Die Crew von links nach rechts: Onkel Dantago, Mama Alida und Sister Trudy

Khoen Ti Khoen

Wir sind alle eins.

So heißt das Projekt, und der Name kommt nicht von uns – Sister Trudy hat ihn vorgeschlagen. Er stammt aus dem Khoekhoegowab, der Sprache der Familie in Windhoek, und bedeutet sinngemäß genau das: wir sind alle eins.

LoveYourNeighbor ist das Waisenhaus, das die Familie 1989 gegründet hat. Die Initialen LYN sind in den Bund der ersten Edition eingestrickt — als Zeichen für das Haus, aus dem die Designs kommen.

Alles begann mit einer Instagram Story

Vor drei Jahren war ich zum ersten Mal in Namibia. Ein Freund lud mich ein verschiedene Kinderzentren zu besuchen. Bei einem bin ich hängen geblieben.

Innerhalb von 48h und ein paar Instagram Stories, kamen knapp 600€ zusammen. Davon haben wir Matratzen gekauft, Kleidung und Essen.

Das Essen war nach der ersten Woche weg. Die Matratzen sind geblieben.. vorher haben die Kinder auf dem Boden geschlafen.

Geld reingeben füllt einen Magen, und morgen ist er wieder leer. Wenn das hier etwas verändern soll, muss es etwas sein, das konstant ist.. und im Besten Fall noch wächst.

Die Arbeit in Windhoek

Es war nie: Da kam ein weißer Mann aus Europa und hat Geld dagelassen. Wir sind Freunde und bauen zusammen etwas auf, dass uns mit Sinn füllt.

Neben dem LoveYourNeighbor Projekt ist die Windhoek CleanUp Initiative entstanden. Es geht darum, im Vorhandenen einen Wert zu finden — über ein Punktesystem wird aus gesammeltem Müll ein Einkauf. Nicht auf Hilfe von außen angewiesen sein.

Außerdem retten wir jede Woche etwa 500 Kilo Gemüse, welches die Supermärkte in Windhoek nicht mehr verkaufen können – Das verteilen wir an Kinderzentren weit über unser Waisenhaus hinaus.

47.000 kggerettetes Obst und Gemüse
6.640gesammelte Müllsäcke
2023hat alles begonnen

Was bisher geschah

Eins nach dem anderen und immer das, was im Moment am wertvollsten war.

Ein Jahr Miete bezahlt

Der Auftakt der Zusammenarbeit mit dem LoveYourNeighbor-Waisenhaus im Sommer 2024. Die Jahresmiete wurde vollständig übernommen — gesammelt beim Juni-Retreat in Deutschland.

Mauer gebaut

Um das Haus vor Einbrüchen zu schützen und mehr Privatsphäre zu geben, haben wir eine Mauer um das Gelände gebaut.

Jungle Gym auf dem Gelände

Aus Holzstämmen haben wir mit den Kindern einen kleinen Outdoor Fitnesspark auf dem Gelände gebaut

Elton und Banonie gehen wieder zur Schule

Sie waren die einzigen beiden der 28 Kinder, für die das Schulgeld nicht reichte. Wir konnten für beide sechs Monate bezahlen.

Neue Reifen für den Pick-up

In 72 Stunden über die Community zusammengekommen. Seitdem muss die Familie auf dem Weg zur Schule nicht mehr riskieren, angehalten zu werden.

Sechs Monate Sicherheitsdienst

Weil ständig durch den leichten Zaun eingebrochen wurde. Getragen von der Healing Circle Community in Kassel — genug Ruhe, um die Mauer weiterzubauen.

Wasserfilter

Eine Anlage, die das Leitungswasser der Stadt per Umkehrosmose reinigt und anschließend remineralisiert.

Neue Küche

Die Küche musste dringend renoviert werden, damit es gesundes Essen und sauberes Trinkwasser für die Kinder gibt.

KidsCorner auf dem Wochenmarkt

Selbstgemachtes Wassereis, Spiele und Malen — die Kinder haben ihre eigene Ecke auf dem Wochenmarkt bespielt.

CleanUps

Was mit kleinen CleanUps mit der Familie begann, ist heute eine stadtweite Bewegung.

Gemüse und Obst

Wir haben das Waisenhaus in unsere wöchentlichen Gemüserettungen integriert.

Dorotheas Abschlussball

Dorothea ist das erste Kind des Waisenhauses, das die Schule abgeschlossen hat. Outfit, Kosmetik und Teilnahmegebühr wurden übernommen — und die anderen Kinder haben gesehen, dass es sich lohnt.

Warum ich das mache

Ich habe vorher eine Merchandise-Agentur aufgebaut und hätte sie weiter ausbauen können. Sie hat mich in dem Moment nur nicht mehr begeistert. Also habe ich die Stiftung gegründet und in Kauf genommen, weniger zu verdienen.

Ehrlich gesagt gab es Momente echt großer Ehrfurcht. Nicht, weil ich gezweifelt habe, ob es der richtige Schritt ist — da war ich mir sicher. Sondern weil mir klar wurde, dass ich es wirklich tue: meine Energie in etwas stecken, das kein Geld bringt und voll im Vertrauen zu sein, dass es okay ist.

Ich mache das nicht für die Kids. In erster Linie lerne ich durch die Arbeit unendlich viel über mich selbst. Dass die Familie von meiner Leidenschaft profitiert ist ein schöner Nebeneffekt. Aber die Erfüllung kommt von innen.
Vor Ort in Windhoek

Und dann kamen die Socken

Wir bringen Malvorlagen ins Kinderzentrum und setzen uns eine Stunde zusammen hin. Musik läuft, alle malen, wer will macht mit. Am Ende liegen rund sechzig Zeichnungen auf dem Tisch. Die Community wählt gemeinsam aus, wir digitalisieren, lassen Muster produzieren, geben frei.

Ein Kind hält sein eigenes Sockendesign in der Hand

Queen hält ihre eigene Zeichnung als fertige Socke in der Hand.

Die erste Charge waren 400 Paar in zwei Designs, Queen und Clifton, je in 36–41 und 42–47. Ich habe sie privat vorfinanziert, nicht aus Stiftungsmitteln. Der Worst Case wäre gewesen, dass ich sie selbst trage. Nach vier Monaten waren sie weg.

Die nächste Auflage ist deutlich größer. Und das ist der Punkt, an dem aus einem Projekt ein Unternehmen wird: Die Kinder sind der kreative Teil, ich der Marketingteil. Keine Almosen, sondern eine faire Arbeitsteilung und Vergütung an die Familie.

Wer das hier macht

Mama Alida hält in Windhoek alles zusammen. Sie entscheidet, was vor Ort gebraucht wird — nicht wir.

Selina ist eigentlich Lehrerin. Sie kam dazu, weil sie das Projekt überzeugt hat — wir kennen uns aus meiner Heimatstadt. Sie kümmert sich um die Kundenkommunikation und die Abwicklung und hat vorher schon selbst eine Menge Socken verkauft.

Hendrik — das bin ich. Produktion, Marketing und die Verbindung nach Namibia.

Die Kinder machen die Designs. Ohne sie gibt es kein Produkt.

Wohin das geht

Das Ziel ist nicht mehr Geld. Das Ziel ist der Umzug.

Die Familie soll in eine ruhigere, sicherere Gegend ziehen. Der jetzige Ort bleibt bestehen und wird zum Community-Zentrum: Mama Alidas Vorschule läuft weiter, dazu kommen Suppenküche, Gemeinschaftsgarten, Lernzentrum. Man fährt hin, macht die Arbeit — und kommt abends in Ruhe nach Hause.

Dafür brauchen wir 1.000 € im Monat. Nicht einmalig. Jeden Monat, verlässlich, damit die Rate für das neue Haus steht. Genau deshalb verkaufen wir ein Produkt und sammeln keine Spenden: Ein Produkt, das gekauft und getragen wird, hört nicht auf.

Was du wissen solltest

3 € von jedem verkauften Paar gehen an die Familie. Fest einkalkuliert, nicht das, was übrig bleibt — auch im Bundle, auch im Angebot. Rabatte gehen von unserer Marge ab.

Empfänger ist die Khoentikhoen CC in Namibia, der wirtschaftliche Arm des Waisenhauses. Wir überweisen monatlich gesammelt.

Eine Spendenquittung gibt es nicht, und das sagen wir offen: Die 3 € sind Teil des Kaufpreises, keine Spende im steuerlichen Sinn.

Was bei uns bleibt, steht in der Kalkulation. Neben Produktions-, Lager- und Werbekosten sind 2 € pro Paar als Kompensation für das Team eingeplant — damit das Projekt Zeit bekommt und nicht wieder liegen bleibt. Darüber hinaus wird nichts ausgeschüttet. Bleibt in einem Monat etwas übrig, geht es zusätzlich an die Familie oder zurück ins Projekt.

Mach dir selbst ein Bild

Wir dokumentieren laufend, was in Windhoek passiert auf Instagram

@avea_foundation

Noch eine Frage offen?

Schreib uns direkt. Wir sind zu zweit, es antwortet also wirklich ein Mensch.

Wir antworten in der Regel innerhalb von 24 Stunden an Werktagen.